„Kramer Zunft und Kurtzweyl“

So stellt sich alljährlich der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Siegburg vor. Viele haben ihn bereits in den letzten Jahren mit ihren Familien besucht. Auch die vierten Klassen der Pleiserwald-Schule gehören zu den regelmäßigen und gern gesehenen Gästen dieses besonderen Markts.

Selbst wenn uns in diesem Jahr der Petrus nicht besonders gewogen war, haben sich die Großen unserer Schule mit Schirm und dicker Jacke nach Siegburg aufgemacht. – Und wurden für ihr Durchhaltevermögen im strömenden Regen reichlich belohnt:

Eingeführt von Büttel Mollinarius erfreuten zunächst verschiedene artistische Kunststücke und musikalische Darbietungen der kuriosen Gaukler und Narren die staunenden Kinder. „Sind die echt?“,  „Die sind ja wirklich aus dem Mittelalter!“, so die verblüfften Kommentare der scheinbar so abgeklärten Viertklässler.

Geführt vom Büttel und vom Nachwuchs-Gaukler Fin de Filou wurden im Anschluss verschiedene mittelalterliche Handwerkskünste ausprobiert. Bei der Seilerin haben die Kinder gelernt, dass die Reeperbahn keineswegs nur eine berühmt-berüchtigte Straße in Hamburg ist, beim Drechsler entstanden aus schlichten Holzstücken kleine Kunstwerke und die „Suesse Mandeley“ lockte mit der mittelalterlichen Version von Ü-Ei und Hubba-Bubba. Beim Schmied durften die jungen Handwerker sogar selbst einen Nagel schmieden. Nach glaubhafter Erläuterung von Schmiedemeister Thomas Siebel soll dieser Glück bringen, wenn man ihn in der Nähe der Tür einschlägt, damit jeder beim Eintreten dort seine schlechte Laune aufhängen kann. Seitdem wird in der Schule Am Pleiser Wald noch mehr gelacht. Wer trotz des heißen Feuers beim Schmied noch fröstelte, dem wurde spätestens beim Karussellfahren kräftig eingeheizt. Vorausgesetzt, ihm fiel die Rolle des Antreibers an der Handkurbel zu. Das mittelalterliche Karussell mit den hölzernen Kutschen, Fässern , edlen Rössern, Schaf und Sau zum Platznehmen wird nämlich ausschließlich durch die Muskelkraft zweier besonders starker Junker oder Mägdelein betrieben.

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